Beschädigte Fugen im alten Mauerwerk fachgerecht erneuern

So bringen Sie altes Mauerwerk wieder in Form und schützen es dauerhaft vor Witterungseinflüssen
Maurer
Maurer
3 min
Mit der Zeit werden Fugen in historischem Mauerwerk porös und rissig – Feuchtigkeit und Frost können dann großen Schaden anrichten. Erfahren Sie, wie Sie beschädigte Fugen fachgerecht erneuern, den Originalcharakter Ihres Hauses bewahren und die Bausubstanz langfristig erhalten.
Valentin Maier
Valentin
Maier

Beschädigte Fugen im alten Mauerwerk fachgerecht erneuern

So bringen Sie altes Mauerwerk wieder in Form und schützen es dauerhaft vor Witterungseinflüssen
Maurer
Maurer
3 min
Mit der Zeit werden Fugen in historischem Mauerwerk porös und rissig – Feuchtigkeit und Frost können dann großen Schaden anrichten. Erfahren Sie, wie Sie beschädigte Fugen fachgerecht erneuern, den Originalcharakter Ihres Hauses bewahren und die Bausubstanz langfristig erhalten.
Valentin Maier
Valentin
Maier

Fugen sind die empfindlichsten Stellen im Mauerwerk – sie schützen die Ziegel vor Witterungseinflüssen, nehmen aber selbst Schaden durch Regen, Frost und Temperaturschwankungen. In älteren Gebäuden werden die Fugen mit der Zeit porös, rissig oder bröckeln ganz ab. Wenn sie nicht rechtzeitig instand gesetzt werden, kann Feuchtigkeit eindringen und zu Frostschäden oder Ausblühungen führen. Eine fachgerechte Erneuerung der Fugen erfordert Sorgfalt und Verständnis für das historische Mauerwerk. Hier erfahren Sie, wie Sie dabei richtig vorgehen und den Charakter Ihres Hauses bewahren.

Zustand des Mauerwerks beurteilen

Bevor Sie mit der Arbeit beginnen, sollten Sie den Zustand der Fugen genau prüfen. Achten Sie auf:

  • Risse und Hohlstellen, durch die Wasser eindringen kann.
  • Poröse Fugen, die beim leichten Kratzen mit einem Schraubendreher zerfallen.
  • Abplatzungen an den Ziegeln, die auf Feuchtigkeit hinter der Fuge hinweisen können.

Sind nur einzelne Bereiche betroffen, genügt eine partielle Erneuerung. Wenn die Fugen jedoch großflächig beschädigt sind, sollte die gesamte Wand neu verfugt werden.

Die richtige Mörtelwahl

Gerade bei historischem Mauerwerk ist es entscheidend, einen Mörtel zu verwenden, der zu den ursprünglichen Materialien passt. Viele Altbauten in Deutschland – insbesondere vor 1950 – wurden mit Kalkmörtel errichtet. Dieser ist weicher und diffusionsoffener als moderner Zementmörtel. Wird ein zu harter Mörtel verwendet, kann dies zu Spannungen führen, die die Ziegel beschädigen.

Als Faustregel gilt:

  • Gebäude vor etwa 1950 sollten mit Kalkmörtel oder Kalkzementmörtel verfugt werden.
  • Jüngere Bauwerke vertragen meist zementhaltige Mörtel, doch sollte immer die vorhandene Mörtelart überprüft werden.

Im Zweifel kann eine Probe des alten Mörtels in einem Baustofflabor oder durch einen Restaurator analysiert werden. So lässt sich die Zusammensetzung genau bestimmen.

Alte Fugen auskratzen

Das Entfernen der alten Fugen ist der wichtigste Arbeitsschritt. Dabei dürfen die Ziegel nicht beschädigt werden. Verwenden Sie Hammer und Fugeisen oder eine Fugenfräse mit Staubabsaugung. Eine Winkelschleifer sollte vermieden werden, da sie leicht zu tief schneidet.

  • Kratzen Sie die Fugen mindestens 2 bis 2,5 cm tief aus.
  • Entfernen Sie sämtliches loses Material und Staub mit einer Bürste.
  • Befeuchten Sie das Mauerwerk leicht, bevor Sie neu verfugen – das verbessert die Haftung.

Das Mauerwerk darf nicht völlig trocken sein, da der Mörtel sonst zu schnell Wasser verliert und nicht richtig bindet.

Neue Fugen aufbringen

Beim Verfugen ist es wichtig, den Mörtel fest in die Fugen zu drücken, um Hohlräume zu vermeiden. Arbeiten Sie abschnittsweise und verwenden Sie ein Fugeisen oder eine Maurerkelle.

  1. Mauerwerk leicht anfeuchten.
  2. Mörtel in mehreren Lagen einbringen und gut verdichten.
  3. Wenn der Mörtel leicht angezogen hat, die Oberfläche mit dem Fugeisen glätten.
  4. Überschüssigen Mörtel von den Ziegeln mit einer weichen Bürste entfernen, bevor er erhärtet.

Die Fugenform sollte dem Original entsprechen – meist leicht zurückliegend oder schräg, damit Regenwasser gut ablaufen kann.

Nachbehandlung und Pflege

Frisch verfugtes Mauerwerk muss langsam aushärten. Schützen Sie es in den ersten Tagen mit Folie oder einer Plane vor Sonne, Regen und Frost. So vermeiden Sie Risse und Ausblühungen.

Kontrollieren Sie die Fugen regelmäßig, besonders an wetterexponierten Fassaden. Eine fachgerecht ausgeführte Neuverfugung kann 30 bis 50 Jahre halten, wenn das Gebäude insgesamt trocken und gut belüftet bleibt.

Den Charakter des Hauses bewahren

Bei historischen Gebäuden spielt nicht nur die Funktion, sondern auch die Optik der Fugen eine große Rolle. Farbe, Struktur und Körnung des Mörtels prägen das Erscheinungsbild der Fassade. Verwenden Sie daher einen Mörtel, der dem ursprünglichen Aussehen entspricht, und vermeiden Sie zu glatte oder zu scharfkantige Fugen.

Wenn Sie unsicher sind, lassen Sie sich von einem Maurer oder Restaurator mit Erfahrung in Denkmalpflege beraten. So stellen Sie sicher, dass Ihr Haus nicht nur dauerhaft geschützt ist, sondern auch seinen historischen Charme behält.